{"id":41,"date":"2004-02-22T15:33:30","date_gmt":"2004-02-22T13:33:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.bl0rg.net\/netzstaub\/?p=41"},"modified":"2004-02-22T15:33:30","modified_gmt":"2004-02-22T13:33:30","slug":"hermann-hesse-ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.bl0rg.net\/netzstaub\/2004\/02\/22\/hermann-hesse-ausstellung\/","title":{"rendered":"Hermann Hesse Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p>Bis zum 4. April kann man im <a href=\"http:\/\/www.karlsruhe.de\/Kultur\/MLO\/\">Literaturmuseum am Prinz-Max-Palais<\/a> eine <a href=\"http:\/\/ka.stadtblog.de\/item.php?i=343\">Ausstellung<\/a> &uuml;ber die Entstehung des Glasperlenspiels von Hermann Hesse besichtigen. In einem grossen Raum, auf ein paar Dutzend Tischen, kann man Briefe, B&uuml;cher, Bilder und andere Gegenst&auml;nde aus den 11 Jahren, an den Hermann Hesse an der Lebensgeschichte von Joseph Knecht schrieb, bewundern. Circa 1931 fing Hesse an, den Ablauf des Werkes zu planen, besuchte fleissig Bibliotheken und schickte auch seine Familienangeh&ouml;rige fort, um Informationen &uuml;ber den historischen Hintergrund zu Joseph Knechts Kindheit zu suchen, von der Blaskappellenmusik bis zu Gelehrtenwerke, um lateinische Zitate seines Albertus Secundus glaubw&uuml;rdiger zu gestalten. Sp&auml;ter gibt Hesse in einem Brief zu, er habe sich f&uuml;r die Kindheit Joseph Knechts wohl &#8220;&uuml;berstudiert&#8221;, und dass an zu sorgf&auml;ltiger Recherche letztendlich die Dichtung an Wert verliere. Schon 1919 verlies Hesse Deutschland, um im italienischen Montagnola in einer kleinen Wohnung zu leben. In dieser Wohnung empfing er sp&auml;ter auch Fl&uuml;chtlinge aus Deutschland, so z.B. Thomas Mann.<\/p>\n<p>In der Ausstellung kann man Fotos von Hesse auf Skiern sehen, und lernt, dass er lebenslanger begabter und &uuml;berzeugter Skifahrer war. Doch der alternde Hesse (er war schon &uuml;ber 50) hat schwerwiegende Probleme mit seiner Gesundheit, hat Rheuma und Gichtanf&auml;lle und k&auml;mpft dauernd mit den Nebenwirkungen seiner Arzneimittel (ausgestellt ist ein Gedicht &uuml;ber die Nachteile des Schlafmittels Evipan, dass er f&uuml;r seine Frau dichtete). Beeindruckend sind auch die Briefe von Hermann Hesse, die er mit Bildern drucken lies, und oft selber mit Aquarell bemalte. Am Interessantesten fand ich aber, mit welcher Sorgfalt und mit welcher &Uuml;berzeugung Hesse die Schriften von Joseph Knecht (also der zweite Teil des Glasperlenspiels) dichtete und zusammenfasste, und wie die Gedichte des alternden Hesse als Jugendgedichte Knechts ver&ouml;ffentlicht wurden. Daran sieht man auch in aller Klarheit, wie wichtig Joseph Knecht als autobiographische Figur f&uuml;r Hesse war. Ein anderer interessanter Satz ist eine Bemerkung von Ninon Hesse, die erkl&auml;rt, dass Hesse es ausdr&uuml;cklich erw&auml;hnt h&auml;tte, wenn es in Kastalien keine Frauen gegeben h&auml;tte. Tats&auml;chlich gibt es in dem Glasperlenspiel kaum eine weibliche Figur, wie auch in kaum einem der anderen Werke von Hermann Hesse.<\/p>\n<p>Die Ausstellung war auf jedem Fall interessant, der Eintritt ist ja auch kostenlos, da kann es wirklich kein Fehler sein, sie zu besuchen. Ich h&auml;tte allerdings gerne mehr &uuml;ber das Leben von Hesse in diesen Jahren erfahren, als nur eine einigerma&szlig;en lose Ansammlung von Gegenst&auml;nden. Wobei ich zugeben muss, dass ich mir den Film, der im Nebenzimmer lief, nicht angeguckt habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum 4. April kann man im Literaturmuseum am Prinz-Max-Palais eine Ausstellung &uuml;ber die Entstehung des Glasperlenspiels von Hermann Hesse besichtigen. 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