ich hatte oona schon vor einer weile gefragt, ob sie ihren vortrag zur radiopolitik in deutschland und den usa nicht mal hier im sĂŒden wiederholen möchte. nun passiert’s:
am kommenden mittwoch (2. mai) findet im infoladen karlsruhe (werderplatz) der vortrag “funkerspuk” statt:
Anhand eines Vergleiches der Radiopolitik der USA und Deutschlands in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts wird aufgezeigt, wie unterschiedlich staatliche Instanzen mit neuen Kommunikationstechnologien umgehen. Es geht darum, was warum wie von wem kontrolliert wird, und wer sich ĂŒberhaupt dafĂŒr interessiert.
Das Ausgangsproblem ist die Situation der Radioamateure: In dem einen Land werden sie toleriert und mĂŒssen sich erst bestimmten Auflagen unterwerfen, als ihre TĂ€tigkeit praktische Probleme produziert. In dem anderen werden sie von Beginn an illegalisiert und finden erst nach dem 2. Weltkrieg tatsĂ€chlich einen Platz in der Radiorechtsordnung. Als sich der Rundfunk entwickelt und die Möglichkeit einer kommerziellen Nutzung absehbar wird, gilt in dem einen Land Unterhaltung als legitimer Wert und staatliche Kontrolle als ein nur im Notfall einzusetzendes Mittel der Regulation. In dem anderen Land herrscht eine geradezu absurde Panik vor unkontrollierter Kommunikation, die zu einer strikten staatlichen Kontrolle des gesamten Rundfunks fĂŒhrt (und die spĂ€tere âGleichschaltungâ vorweg nimmt).
Die Paradigmen, die diesen Entscheidungen damals zugrunde lagen, sind heute noch in Debatte und Politik um âneue Medienâ anzutreffen; ein Blick auf die Vergangenheit kann erklĂ€ren wo sie her kamen und beleuchten welches jeweils auf was fĂŒr eine Art und Weise scheisse ist.
wer’s dorthin nicht schafft, kann am selben vortrag am 3. mai (donnerstag) in der kts freiburg teilnehmen!