
Philippe Breton ist ein französischer Soziologe, der sich unter anderem mit dem Internet befasst hat, wie man es z.B. in diesem Vortrag lesen kann. Schön polemisch… Wiederholt hackt er auf die “Priester des Internet-Kultes” ein, die jede Information befreien wollen, die predigen, dass Internet die Gesellschaft verändern wird, die einen gläsernen Cyborg wollen und keinen Mensch. Natürlich wird Internet den Gemeinschaftssinn zerstören und Menschen durch vernetzte Wesen ohne Sozialgefühl ersetzen. Der Vortrag ist eine gekürzte Fassung von seinem Buch “Le culte de l’Internet”. Auf der französischen Seite uzine wird Breton ein bisschen kritisiert und seine Unterstützung einer fragwürdigen Rechtsaktion gegen Internetprovider analysiert.
Folgender Ausschnitt aus einem Interview mit ihm ist interessant:
Or, actuellement, le secteur de la communication est immensément investi par des intérêts marchands. Et, de plus, ceux-ci agissent de manière particulièrement habile en laissant passer une sorte d’avant-garde, en laissant aux défenseurs d’une position anarchiste de type wienerienne le soin d’ouvrir la voie. Je pense à toutes ces tribus d’internautes que l’on appelle hackers, fondamentalement attachées aux idées d’ouverture, de gratuité et d’universalité. Au point que le piratage informatique — à l’exception de rares cas de délinquance réelle — incarne véritablement cette utopie anarchiste fondatrice, l’ouverture des systèmes étant perçue comme une mission libératrice. Donc, si Internet est aujourd’hui gratuit et ouvert (on ne paie que l’accès), ce n’est pas par philanthropie, c’est qu’à l’évidence il s’agit de laisser se créer un besoin, une demande exploitables à l’avenir.
Hastig übersetzt: “Zur Zeit wird der Bereich der Kommunikation enorm finanziell in Anspruch genommen. Die Leute, die das Netz kommerziell verwenden wohl gehen dabei besonders klug vor, indem sie Verteidiger einer anarchistischen Position à la Wiener vorreiten lassen. Ich denke an all diese Gemeinschaften von Internetnutzern, die man Hacker nennt, die grundsätzlich Universalitäts-, Offenheits- und Kostenfreiheitsgedanken verteidigen. Soweit sogar, dass informatische Piraterie, bis auf wenige wirklich kriminelle Taten, als anarchistische Utopie wahrgenommen wird, da das Öffnen von Netzwerken und Systemen als befreiende Tat anerkannt wird. Deswegen ist das Internet heutzutage nicht aus philantrophischen Gründen gratis und offen (man zahlt nur für den Zugang), sondern natürlich um ein Verlangen herzustellen, eine Nachfrage auf die man in der Zukunft zurückgreifen kann.”
Sind Hacker nun wirklich Salesdrones? Zu Trollzwecken hier ein paar weitere Texte von Breton: “Nous devons laiciser Internet”, “Individualisme et Internet: une origine commune?”, “Le culte d’internet”, “Le déclin de la parole”, “Contre le messianisme technologique”, Préface de “Pour en finir avec les marchands de la haine”.