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Sunday, January 25, 2004

Get down (Treed Murray)

Get down ist ein kanadischer Film, in dem ein weisser Werbungsdesigner beim Wandern durch einen Stadtpark (wohl in Montreal, weil die Schilder auf Englisch und Französisch beschrieben sind) von einer Gang von Halbstarken angemacht wird. Dem Werbungsmenschen (der übrigens Murray heisst) passt das nicht so ganz, und nach genervtem Rumhampeln (“Gib mir 5$!” “Du spinnst wohl, lass mich vorbei!” “Du hast nicht verstanden, ich hab dir die Richtung gezeigt, jetzt schuldest du mir 5$.”) schlägt er mit seiner Aktentasche dem einen Jugendlichen das Kinn auf. In dem Moment taucht der Rest der Gang aus den Büschen am Rande des Weges auf (komplett mit Baseballschläger und Gangsta-Hiphop-Look). Verzweifelt rennt Murray weg, und kann sich gerade noch in einen Baum retten. Die Gang hat es jedoch auf ihn abgesehen, und lässt sich unter dem Baum nieder, und wartet, bis Murray wohl wieder runterkommt. Den Aktenkoffer von Murray konnten die Wannabe-gangstas allerdings bekommen. Das Schloss wird schnell gelockpickt, und so können die Halbstarken ein Crackkügelchen in der Aspirintube entdecken, sowie Fotos von Murrays Frau und Kind. Eine lange Nacht beginnt, und auf beiden Seiten wird erbittert gekämpt. Und der Baum steht mitten auf dem Revier der Psychopathengang “Raven”, die gerne Fremde niedermetzelt.

Screenshot of movie Get Down

Die Gang besteht aus vier Jungs, zwei Schwarze und zwei Weisse, und ein weisses Mädchen. Der grosse Schwarze, Shark, ist scheinbar Leader der Gang, und der eine Weisse mit dem Messer ist sein agressivster Folger, der Murray gleich abstechen will. Bis auf den Anfang spielt sich der komplette Film an dem Baum von Murray ab. Murray selber ist nicht so ganz der nette Mensch, den er vorgibt zu sein, und man merkt ganz klar, dass er am liebsten an sich selbst denkt, und als guter Werbeagenturdron gerne Menschen manipuliert und rumweint und rumlügt. Seine Familie scheint ihm jedoch ziemlich zu Herzen zu liegen. Auf der anderen Seite wird im Laufe der Nacht (Murray wird am späten Nachmittag überfallen) klar, dass auch die Mitglieder der Gang bestimmte Rollen spielen (oder auch nicht). In der Spannungssituation verliert Shark allmählich die Kontrolle über seine Gang…

Der Film ist recht unterhaltsam, und kommt mit den Beschränkungen der Stilform (Handlung an einem einzigen Ort) gut zurecht: an keinem Moment ist er langweilig. Die Schauspieler, die Murray und Shark spielen, sind schwer in Ordnung, während die anderen Gangmitglieder zuweilen nicht ganz überzeugend gespielt werden. Eine ähnliche Asymetrie herrscht auch bei den Rollen selber (vielleicht ist gerade auch weil die Rolle schwächer ist das Schauspielern nicht so subtil geraten): Murray wird ziemlich detailliert analysiert (ist ja auch die Hauptfigur), James anscheinend auch (wobei James eher die Weichspülfigur im Film ist), aber der Rest der Gang geht dabei irgendwie unter. Schade… Aber immerhin ist der Film recht schaubar, und der Einsatz der Ravengang sorgt für einen bl0rg-gerechten Trollfaktor.

posted by manuel at 1:11 am  

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