Gerade eben lief im französischen Fernsehen auf France 2 die Verfilmung von Stephen Kings Roman “Christine”. In dem Buch (und natürlich auch in dem Film) geht es um eine psychopathische rote und verchromte Cadillaclady, die die Menschen umbringt, die ihr Unheil wollen. Das blutige oder brennende Geschehen wird dann stilvoll von den rockigen und rolligen Töne der 50er Jahre begleitet, die aus ihrem Autoradio erklingen. Diese böse Menschen sind zum Beispiel eifersüchtige Highschool-Jocks, die nicht abhaben können, dass Arnie (der Christine einem abspacten Freak abgekauft hat) plötzlich Erfolg bei den Mädchen hat. Oder eben Lee, die Freundin von Arnie. Die ist ihrerseits eifersüchtig, weil Arnie so viel Zeit damit verbringt, Christine zu lackieren und an ihrer Gangschaltung rumzufummeln. Natürlich endet Christine als kleiner zusammengepresster Klumpen Schrott, das ist sozusagen von vornherein klar (den Spoiler musste ich einfach unterbringen).
Ganz schlecht war der Film jedoch nicht, denn man konnte erahnen, dass John Carpenter seine Finger im Spiel hatte. Erträglich war er allerdings nur mit IRC und einem Webbrowser mit ganz vielen offenen Tabs. Die Story ist ungefähr so spektakulär wie eine Sendung mit der Maus: ein Monsterkillerauto, was nie stirbt, und sich immer wie ein Citroen aufpumpt, um aufs neue armselige Opfer qualvoll auszulöschen. Solche Einfälle hatte sogar die Creative Crew von X-Filesnicht während dem tiefsten Sommerloch in Arkansas nicht. Und die total reaktionnäre Geschlechterrollenverteilung und sowieso diese ganze kleinkarierte amerikanische Highschoolkacke ist extrem anstrengend, wenn sie von dem Filmregisseur ernst genommen wird. Mädchen fahren auf Jungs ab, die gut Fussball spielen können (das heisst die gut andere niedertrampeln können und dabei auch noch eierförmige Stahlkappen tragen, um die paar letzten noch leitende Hirnzellen zu schützen). Oder sie fahren eben auf Jungs ab, die rote verchromte Cabrios fahren und dabei ulkige Bill Haley Songs hören. Wenn es dann zur Sache kommt (zum Beispiel zum Endkampf zwischen Bulldozer und Fifties-Cabrio), muss natürlich der Mann, der mit dem Pimmel, die harte körperliche Arbeit leisten, während das Mädchen kreichst und Opfergabe spielt. Dass das potente Kampftier gerade erst ein paar Wochen im Krankenhaus mit Gehirnerschütterung lag, und immer noch humpelt, spielt dabei keine Rolle. Vom Konzept her dreht es sich in “Christine” auch nur um zwei Weiber, die sich die Augen aushacken, weil sie hinter demselben Burschen hersind… Naja… Auf die Dauer wirds langweilig.