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Thursday, January 22, 2004

Elephant

Gestern abend Elephant gesehen. In der ersten Szene des Films fährt ein betrunkener Vater seinen Sohn zur Schule, rast dabei immer gefährlich am Strassenrand entlang, bis der Sohn aussteigt und seinem Vater die Schlüssel wegnimmt, und dann selber weiter zur Schule fährt. Dort hinterlässt er die Schlüssel beim Hausmeister, damit sein Bruder den Vater wieder abholen kann. Mit dieser ersten Szene wurde auch schon angesagt, wie der Film sein würde: langsam, artsy und irgendwie nichts sagend.

bla

In dem Film geht es um ein Highschool-Massacre in den USA, krass gesagt: eine Nachfilmung des Columbine Massakers. Die meisten Schüler sind extrem gut ausschauend, den Meisten scheint es relativ gut zu gehen, aber alle Figuren sind so klischeehaft, das man die Meinung hätte, irgendeine doofe Teenie-TV-Serie zu glotzen. Der eine ist der coole Künstler, der Fotos schiesst, der andere ist der gut aussehende Jock mit der hübschen Freundin, die drei Zicken sind natürlich magersüchtig und können nur über Jungs und Tratsch labern, die eine ist hässlich und will beim Sport keine Shorts anziehen. Und dann gibt es natürlich die Mörder, die an der Schule gehasst werden, irgendwie elternlos zusammenwohnen, Egoshooter zocken und Waffen horten. Und schwul sind (aha). Gewaltliebend gucken sie dann Hitlerreden und planen sorgfältig den Angriff auf die Schule, der dann in einem beeindruckenden, ästhetisch aufgemotzten Blutbad endet.

Das Störende an dem Film ist, wie sich Van Sant in seinem kontemplativen Ästhetentrip wohlfühlt, und der Film psychologisch gesehen dünn ist wie Zigarettenpapier. Handlung gibt es irgendwie überhaupt nicht, selbst die stilvollen Flashbacks und Zeitverwirrungseffekte tragen genau gar nichts zum Film bei. Als Desktophintergrund laufen lassen, die Farben sind hübsch :}.

posted by manuel at 9:57 pm  

1 Comment »

  1. wo ist der credit für den spellchecker? uh?

    Comment by neingeist — January 22, 2004 @ 10:39 pm

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