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Tuesday, March 2, 2004

Space Design

Im Museum Ettlingen gibt es zur Zeit die bunte Ausstellung “Space Design” mit Designermöbeln der 60er und 70er aus der Privatkollektion Ulrich Strecker, oder wie auch immer. Das Stichwort Ausstellung ist eigentlich ganz passend: da stehen ein paar Möbel rum, meistens noch mit Schild. Das muss man sich etwa so vorstellen: da steht ein toller bunter Fernseher, rund, orange, richtig poppig, auf dem steht dann auch noch Phillips, weil es sagenwirmal ein Fernseher von Phillips ist. Daneben liegt ein kleines Schild, auf dem steht “Fernseher – Phillips”. Mehr nicht. Kein Erklärungstext, kein Sound, keine Führung, nichtmal wirklich angenehm gestaltet, diese Aneinanderreihung von Gegenstände in einem Flügelkorridor des Ettlinger Schlosses. Und Fotos darf man auch nicht machen (zum Glück darf man anscheinend doch drüber berichten). Betrachten kann man hauptsächlich Fernseher und Radios, dazu ein paar Lampen und Tische und Sessel und sogar ein paar Start-Wars-Poster. Und ich muss zugeben, das sieht eigentlich ziemlich cool aus, und hat was von dem heutigen Zeitgeist. Und runde Computer gibt es jetzt ja auch wieder.

Lustiger war eher der zweite Teil der Ausstellung, d.h. die zwei Vitrinen in dem Museumsteil über Ettlingen von 1900 bis 1990. Dort ist in jedem Raum eine andere Dekade zu bewundern, bei den 60ern mit Beatlesplatten und “Mein lieber Gott, mein Sohn lässt sich die Haare lang wachsen”-Artikel, bei den 70ern dann mit buntem Raketenspielzeug. Und als Letztes eine Vitrine, die das Hackerherz schneller klopfenlässt, eine Homecomputersammlung, ziemlich beeindruckend gut erhalten, fast wie nagelneu. Und in 10 Jahren können wir dann über die Dekade 2000-2010 genauso lachen, wie wir jetzt über die 90er mit MC Hammer, 2 Unlimited und Jungle lachen können.

posted by manuel at 1:31 am  

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