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Tuesday, February 28, 2006

Jazz und Gitarre

Mit Internet laesst es sich gut leben, hier ein kleiner Ueberblick
ueber meine jetzige Uebungsroutine (noch kein Lehrer, weil zu
teuer). Es gibt so 2 Aspekte, die ich als ich als Teenie damals mit
der Gitarre nicht so ganz gepeilt habe. Erstens, Uebung bringts,
zweitens, Hoertraining ist super super wichtig. Das hat damals dazu
gefuehrt, das ich sowohl auf technischer Ebene stagniert bin (weil ja
immer nur rumdudeln nichts wirklich aufbaut), aber auch beim Rumdudeln
nicht das rauskam, was ich hoeren wollte (weil kein Hoertraining, kein
richtigen Schimmer, wie ich das, was ich intern hoere, erstens singe
und zweitens aufs Griffbrett bringe). Also sieht mein Uebungsablauf
momentan so aus:

  • Hoertraining mit Singen von Tonleitern, Erkennen von Intervallen,
    Singen von Intervallen, Erkennen von Melodien, Singen von Melodien,
    Nachspielen von Melodien. Da gibt es tonnenweise Zeugs im Netz,
    unter anderem GNU Solfege (unter Windows aber nur so mindergeil),
    das Java Applet auf I
    was doing allright
    . Dann noch die Aebersold Ear Training
    Buecher und von Gary Willis Ear Training for Guitar
    Players. Erzaehlen im Grunde genommen alle so ziemlich das gleiche
    :}
  • Technik. Da acker ich mich geradlinig durch die Gitarrenbuecher von
    Leavitt (hab ich gekauft, gibts auch im P2P). Allerdings hab ich
    fuer die Technik ein Buch gefunden, das mir total die Augen
    geoeffnet hat. Ich hatte schon vorher gepeilt, das relaxed sein und
    die minimalsten Bewegungen machen der Weg zu guter Technik ist, war
    mir aber nicht ganz klar wie ich das erreichen sollte (wenn schon
    kein Lehrer, der mir auf die Finger schaut und sagt, das ist gut,
    das nicht). Das Buch ist “The Principles of Correct Practice for
    Guitar”, erklaert sehr sehr sehr ausfuehrlich wie man Bewegungen zu
    ueben hat, auf welche Spannungen man achten muss, usw… Sehr sehr
    cool damit dann an die Techniketueden ranzugehen, ganz ganz langsam
    (15 bpm) wieder anfange einzuueben, und nach 3 Tagen schon merken
    wieviel das gebracht hat. Da hilft auch enorm “superfokussiertes”
    ueben, das heisst langsam, und alles vollkommen vollkommen korrekt
    machen, kein einzelner Quietschton, kein einzelner zu frueh
    abgebrochener Klang, keine ausschweifenden Bewegungen mit dem Pick,
    usw… Dann sehr sehr langsam das Tempo hochdrehen, aber immer
    darauf achten das alles vollkommen korrekt bleibt. Das bringts 🙂
    Zur Technik fuer Akkorde usw… nehme ich noch “Jazz Guitar
    Masterclass” von PgMusic, ziemlich Interaktiv, und viel nettes
    Zeugs. Technik kann man auch musikalisch ueben (siehe z.b. die DVD
    von Jamey Aebersold “Anyone can improvise”, im Grossen und Ganzen
    den Inhalt von Volume 1 aus der Aebersold-Reihe als Film). Also,
    Akkordfolge auswaehlen, Arpeggios, Tonleiter, Akkorde musikalisch
    dazu ueben. Ansonsten lohnt sich auch der Tipp von Eddy Marron
    (Rhythmiklehre), und zwar das Metronom nicht auf 1, 2, 3, 4 zu
    setzen sondern auf 2 und 4, oder schwieriger noch auf 4 (oder 3,
    oder 3und, usw…). Generell lohnt sich das Buch von Eddy Marron
    zum Rhythmus ueben, ich mach das jetzt so dass ich die Uebungen
    nicht mehr mit Klatschen und Foobar mache sondern direkt auf der
    Gitarre, leere Saiten anschlagen, usw…
  • Jazz. Zur Theorie und generell super super super empfehlenswert
    ist die “Neue Jazzharmonielehre” von Frank Sikora. Da ist ziemlich
    alles drin, sowohl Theorie, als auch Hoertraining,
    Improvisationstraining, mit Playalongs, Analysen, zusaetzlichen
    PDFs. Und das Buch kostet nur 30 EUR. Zu Improvisationsuebungen
    kann ich die PlayAlongs von Aebersold empfehlen, und natuerlich
    Band in a Box, das ich eigentlich ziemlich ausschliesslich
    einsetze. Akkordfolge eingeben, Stilauswaehlen, Tempo, und los
    gehts. Man kann Audio aufnehmen, Midi aufnehmen, es gibt tausend
    Standards fuer BiaB im Internet, man kann die Basslines
    nachspielen, mit Voicings rumexperimentieren, Loopen, Muten, Solo
    generieren lassen und nachspielen, alles sehr sehr wild (auch wenn
    die Oberflaeche sehr sehr schlimm ist). Ich benutze auch die
    Uebungen aus “How To Improvise” von Hal Crook, die sehr sehr
    schoen sind und nicht auf Technik oder Tonleiter oder Akkordfolgen
    fokussieren, sondern auf Solo-aufbau, Pausen, Melodie, Motive,
    usw…

Das reicht erstmal um ein dickes 5 Stunden Uebungsprogramm
zusammenzustellen, das fuer die naechsten paar Monate/Jahre ausreichen
duerfte 🙂

posted by manuel at 4:20 pm  

5 Comments »

  1. Wie recht du hast. Ich merke beim Klarinette spielen immer wieder, wie viel es schon hilft, wenn ich bloß täglich meine Tonleitern & ein/zwei Ettüden durchspiele. Das gilt ähnlich für Gehörbildung.

    Comment by scrupeda — February 28, 2006 @ 7:13 pm

  2. Hallo!

    Bin bei der Suche im Netz nach Jazz tunes im Biab-Format auf deine Seite gekommen und habe mit Interesse den Artikel Jazz und Gitarre gelesen, zum einen weil ich auch (Jazz-)Gitarre spiele, zum anderen weil ich ähnliches übe und nahezu die selben Materialien benutze und auch ohne Lehrer arbeite. Hab auf der Blog Seite vergeblich nach sowas wie einer Selbstbeschreibung gesucht, so generelle Infos wie wer, was, warum und wie. Du bist also herzlich dazu eingeladen meine Neugier zu befriedigen:) Man entdeckt doch immer wieder gerne “Gleichgesinnte”…Gruß, Flo

    Comment by Florian — March 19, 2006 @ 9:06 pm

  3. Thanks for the nice read

    Comment by güzel sözler — January 20, 2008 @ 2:03 am

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    Comment by turbopidar — June 2, 2008 @ 9:41 pm

  5. At first I thought it was an attempt to copy the Wii with the avatar. But there are some useful improvements.

    Comment by Estetik — December 3, 2008 @ 3:22 am

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