Killa! Killa! Killa them all!

Gerade eben lief im französischen Fernsehen auf France 2 die Verfilmung von Stephen Kings Roman “Christine”. In dem Buch (und natürlich auch in dem Film) geht es um eine psychopathische rote und verchromte Cadillaclady, die die Menschen umbringt, die ihr Unheil wollen. Das blutige oder brennende Geschehen wird dann stilvoll von den rockigen und rolligen Töne der 50er Jahre begleitet, die aus ihrem Autoradio erklingen. Diese böse Menschen sind zum Beispiel eifersüchtige Highschool-Jocks, die nicht abhaben können, dass Arnie (der Christine einem abspacten Freak abgekauft hat) plötzlich Erfolg bei den Mädchen hat. Oder eben Lee, die Freundin von Arnie. Die ist ihrerseits eifersüchtig, weil Arnie so viel Zeit damit verbringt, Christine zu lackieren und an ihrer Gangschaltung rumzufummeln. Natürlich endet Christine als kleiner zusammengepresster Klumpen Schrott, das ist sozusagen von vornherein klar (den Spoiler musste ich einfach unterbringen).

Ganz schlecht war der Film jedoch nicht, denn man konnte erahnen, dass John Carpenter seine Finger im Spiel hatte. Erträglich war er allerdings nur mit IRC und einem Webbrowser mit ganz vielen offenen Tabs. Die Story ist ungefähr so spektakulär wie eine Sendung mit der Maus: ein Monsterkillerauto, was nie stirbt, und sich immer wie ein Citroen aufpumpt, um aufs neue armselige Opfer qualvoll auszulöschen. Solche Einfälle hatte sogar die Creative Crew von X-Filesnicht während dem tiefsten Sommerloch in Arkansas nicht. Und die total reaktionnäre Geschlechterrollenverteilung und sowieso diese ganze kleinkarierte amerikanische Highschoolkacke ist extrem anstrengend, wenn sie von dem Filmregisseur ernst genommen wird. Mädchen fahren auf Jungs ab, die gut Fussball spielen können (das heisst die gut andere niedertrampeln können und dabei auch noch eierförmige Stahlkappen tragen, um die paar letzten noch leitende Hirnzellen zu schützen). Oder sie fahren eben auf Jungs ab, die rote verchromte Cabrios fahren und dabei ulkige Bill Haley Songs hören. Wenn es dann zur Sache kommt (zum Beispiel zum Endkampf zwischen Bulldozer und Fifties-Cabrio), muss natürlich der Mann, der mit dem Pimmel, die harte körperliche Arbeit leisten, während das Mädchen kreichst und Opfergabe spielt. Dass das potente Kampftier gerade erst ein paar Wochen im Krankenhaus mit Gehirnerschütterung lag, und immer noch humpelt, spielt dabei keine Rolle. Vom Konzept her dreht es sich in “Christine” auch nur um zwei Weiber, die sich die Augen aushacken, weil sie hinter demselben Burschen hersind… Naja… Auf die Dauer wirds langweilig.

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Schöne Automaten

Der Geist lernt gerade auf Info3, und hat vorhin neben mir in seinem Skript gelesen. Zwischendurch hat er dann immer Fragen zu dem Stoff gestellt. “Kann ein endlicher Automat eine unendliche reguläre Sprache erkennen?” … “Ist eine endliche Sprache immer regulär?”. Bei den Fragen kam mir wieder zu Gemüte, warum ich eigentlich theoretische Informatik so gern hab… Wieso ich von Zeit zu Zeit einfach nur so ein Buch über Komplexität aufklappe, und es dann nach 5 Minuten wieder hinlege, weil man die Materie nur ganz langsam geniessen kann. Man muss sich ja auch erst die Unendlichkeit des Bandes in einer Turingmaschine vorstellen… Und überhaupt ist das Konzept einer Maschine, die nur vor und zurückspulen kann, so minimal und einfach ist, dass es schon per Definition ästhetisch ist. Theoretische Konzepte können eigentlich nur kunstvoll sein, eigentlich auch im grafischen Sinne.

Automaton

Dieser Minimalismus fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Genauer gesagt, dass man vom Konzept her alles überschauen kann. Und dass theoretische Konzepte immer eine heile Welt bilden: eine 1 ist eine 1 und ist wahr und eine 0 ist eine 0 und ist falsch und ist keine 1 und dazwischen gibt es nichts, und eine 1 geht nie kaputt und wird auch nie zur 0. Dieser Gedanke ist immer da, wenn ich ein neues Paper lese, wenn ich ein neues Programm schreibe, wenn ich eine neue Programmiersprache ausprobiere, oder wenn ein neuer Rechner auf dem Basteltisch steht. Natürlich klappt das nie so richtig, das mit der Überschaubarkeit, weil wir ja alles nur Menschen sind. Das mit dem nie kaputt gehen klappt auch nie so wirklich, da macht es mal Peng! und da ist der Kontroller am Arsch, oder die Software ist halt nach einer Zeit nur noch Müll. Das hat mich früher tierisch aufgeregt, und mir auch immer panische Angst gemacht. Mittlerweile hat die Liebe für theoretische Minimalismen aber zur Liebe für unscharfe Sachbestände, für komplexe Beziehungen, für Relationen, die man weder kennt noch nachvollziehen kann geführt. Naja, vielleicht wird man mit der Zeit auch ein bisschen erwachsen 🙂

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Der vernetzte Egoist (Tag 1)

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Am Wochenende fanden die “Karlsruhe Gespräche” statt. Die Karlsruhe Gespräche vereinigen seit 8 Jahren Diskussionsrunden, Vorträge und künstlerische Vorstellungen, dieses Jahr unter dem Motto “Ich! Ich! Der vernetzte Egoist?”. Anscheinend war bei dem Motto das Fragezeichen sehr wichtig, über irgendwas will man ja reden. Ein Fragezeichen ist ja auch provokant genug. Am Freitag Abend im hoch bunt beleuchteten Web.de Gebäude (und auch hoch bunt beschallten Gebäude, draussen konnte man merkwürdige Synthesizerakkorde und Urwaldschreie wahrnehmen) wurden die Gespräche eröffnet. Wie man recht schnell nach dem Betreten des Gebäudes feststellen konnte, warb die Stadt für das neue Hirngespinst von Herrn Oberbürgermeister Fehring, nämlich: “Karlsruhe: Kulturhauptstadt Europas 2010”. Viele lebensgrosse Plakate mit Abbildungen der kulturellen Persönlichkeiten der Stadt, natürlich die kulturell und künstlerisch überwältigende Lichtschau draussen, und beeindruckende Slideshows mit den neusten kleingeschriebenen Kampagneslogans (“viel vor. viel dahinter.”). Aha, man wird ja sehen. Mit ein bisschen Glück gibt es dann noch das ZKM. Und ein paar Studenten, die die Studiengebühren bezahlen können. Und hoffentlich gibt es dann auch jeden Abend Lichtschau am Schloss mit Urwaldgeschreien.

Eingeleitet wurden die Gespräche durch Eröffnungsreden von Frau Robertson, Leiterin des veranstaltenden ZAK Instituts, dem Oberbürgermeister und dem CEO von Web.de. Ich vermute, dass der CEO von Web.de einmal Techniker war, denn seine Eröffnungsrede war leicht nerdisch angehaucht. Er redete Marketing-f00 über neue Kommunikationsmöglichkeiten, stellte die ungeahnt tollen Features der neuen Software von Web.de vor, die eine neue Art der Kommunikation ermöglichen werde. Dann beschrieb er, wie Web.de doch als Diensteanbieter grundlegender Baustein der vernetzten Welt wäre, wo es doch vor 10 Jahren das Internet noch nicht gab (aha!). Und dann deklarierte er, dass es das jetzt wär und verschwand. Wie geekig! Wie vernetzt! 🙂 Ich glaube, dass anschliessend Frau Robertson noch kurz den ersten Redner, den Gastredner aus Amerika, Unterstützer von Howard Dean, vorgestellt hat: Benjamin Barber, Professor an der University of Maryland und wichtiges Mitglied des Democracy Collaborative . Dieser stellte seine Thesen über Technologie und Vernetzung, über E-Democracy vor. In einem humpeligen Deutsch, denn “Es ist besser, dass sie perfekt verstehen, was ich nicht so perfekt ausdrücke, als dass sie das missverstehen, was ich perfekt ausdrücke.” Viel kann ich von der Rede aus meinem Gedächtnis nicht mehr zusammenkratzen, zum Teil weil die Durlacher Trollfraktion auf einmal da war, und sich über alles lustig gemacht hat (“Sie stören”). An einer Aussage kann ich mich noch erinnern, und zwar, dass Technik neutral sei, und letztendlich immer von Menschen kontrolliert würde. Genau dieser Satz wurde am nächsten Tag wieder aufgegriffen, und es wurde dazu bemerkt, dass Technik nie neutral sei, sondern immer eine gesellschaftliche Wirkung habe. Aber genau das wollte Barber ja sagen, nur dass nicht die Technik an sich für diese Auswirkungen verantwortlich ist, sondern die Menschen, die sie einsetzen. Das konnte er mit dem Beispiel des Schiesspulvers ausmalen: dieselbe Technologie hatte komplett andere gesellschaftliche Folgen in Europa, wo es sozusagen zu einer “Demokratisierung” des Krieges kam, wo nicht nur mehr ein paar Kriegsherren die alleinige militärische Macht besassen; und in China, wo das Schiesspulver die Macht der Warlords nur stärker befestigen konnte.

Gefolgt wurde Benjamin Barbers Rede von dem Vortrag von Mo Edoga über “Die Unendlichkeit als plastisches Ereignis”. Dazwischen lag aber die heiss ersehnte Buffetpause, mit Rotwein, Weisswein, Laugengebäck und kleinen Häppchen aus Blätterteig. Eng war es in dem Raum! Aber zurück zu dem eigentlichen kulturellen Geschehen. Mo Edoga ist mit seiner tollen umgekippten Rastafrisur, seinem zu zwei Bällchen zusammengeknoteter Bart und seiner enganliegenden Lederhose sofort aufgefallen. Vor dem Vortrag hat er ein paar Videomitschnitte von einem seiner Kunstwerke in Washington gezeigt, wo er tagelang aus Treibholz einen riesigen Turm gebaut hat. Ähnliches hat er auch hier an der Fridericiana 1994, oder auch auf der Documenta IX (1992) gemacht. Während diesem Zusammenknoten von Baumstämmen unterhielt er sich immer mit den Leuten, die ihn und sein Werk beobachtet haben. Anscheinend ist diese Kommunikation mit dem Publikum fester Teil seines künstlerischen Vorgehens. Ein paar Sätze aus diesen Gesprächen mit dem Publikum wurde im Dokumentarfilm aufgezeichnet, die wohl auch Schlüssel zu seinem späteren Vortrag sind: “Der Sinn ist nicht wichtig” (so habe ich es in Erinnerung). Mitgebracht hat er auch einen relativ kleinen (ungefähr 1 Meter Durchmesser) Globus aus Treibholz, einen “nicht-euklidischen Globus”. Edoga stellte dann im Vollautomatik-Rhythmus die komplexe Philosophie, die sein Werk untermauert. Wortwörtlicher Mitschrieb (einen Satz konnte ich einigermassen abtippen, der Rest ging zu schnell, und es ist jetzt nicht unbedingt so, dass ich langsam tippe):

Mit der Unendlichkeit als plastisches Ereignis, plastisch denn programmatisch ist zu gefährlich, ist die Nichteuklidie besonders durchdacht und ziehlt auf die Intensivierung der körperlichen Dimension der Intellektualität der Renaissance.

Gemeint mit Renaissance ist hier die Ökorenaissance (alles klar?). Ein paar Begriffe schienen ihm besonders wichtig zu sein, denn er notierte sie auch auf einer Tafel: Chaogenität, Ökorenaissance, Nicht-euklidie. Er erzählte uns auch, Amerikaner hätten ihm abgekauft, dass Chaogenität ein real existierender Begriff griechischen Ursprungs sei, wo Edoga ihn doch nur erfunden hätte. Dabei lachte er sich einen ab. Die Entropia-Trollfraktion war nach dem Rotwein auch relativ heiter, und wir konnten uns nicht verkneifen, währen dem Vortrag zu lachen und zu beobachten, wie nach und nach das Publikum den Raum verliess. Eine blonde Dame vor uns reagierte dann auch ganz angepisst, und meinte zu Nicola: “Sie stören.” “Wir können doch nichts dafür, wenn sie nichts peilen”, antwortete Nicola. Dann wurde gewettet, ob der Vortrag ernst gemeint war, Nicola und mgr waren strikt der Meinung, das sei nur Verarschung, Dividuum und ich waren uns da nicht so sicher. Scheinbar war das auch ernst gemeint, denn die Sprache hatte Mo Edoga auch später im Restaurant und bei einer Publikumsfrage bei der Podiumsdiskussion drauf. Vielleicht können wir einfach seine Gedankengänge nicht parsen, und er bewegt sich nur in Welten, die ihn verstehen. Jedenfalls stand nach einer halben Stunde Frau Robertson auf, und meinte freundlich zu Mo Edoga, das Publikum wäre jetzt nicht mehr ganz fit nach dem Naschen und Alkoholkonsum, und es wäre langsam Zeit, Schluss zu machen. Und so ging auch der Abend zu Ende.

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Virus

Es war einmal ein Teenager, ein Kind mit blauen Haaren. Das Kind mit den blauen Haaren hiess Tim, und saß tagsüber vor dem Fernseher, abends vor dem Rechner, sogar in der Schule schienen ihm die Fenster des Klassenraumes grosse flimmernde Monitore zu sein. Nach der Schule holte sich Tim bei der Bäckerei ein Schokobrötchen, verschling es auf dem Rückweg, und daheim blieben nur noch ein paar Krümel auf seinem T-Shirt übrig. Kurz grüsste er seine Eltern, dann griff er zur Fernbedienung, und knipste die Glotze an. Meistens fing er bei Kanal 7 an, weil sein Finger immer automatisch auf der Taste lag, wenn er die Fernbedienung aufhob. Von 7 aus zappte er mit “P+” bis 30, dann wieder rückwärts bis Kanal AV signalisierte, dass heute wohl auch nichts spannendes lief. Aber ein Mal war es anders, auf Kanal 8 gab es dieses eine Mal nur weisses Rauschen, elektronischer Schnee, *kribbelkribbel*, *knister*. Plötzlich flimmerte es kurz, der Fernseher knackste bedrohlich, einen Augenblick lang konnte man die Umrisse einer komischen Plüschkreatur erkennen, und dann lief wieder eine dämliche “Cops-bei-der-täglichen-Arbeit”-Serie. Tim fuhr mit seiner Hand durch die blauen Haare, seufzte, und drückte weiter auf “P+”. Später abends, als Tim seine Emails checkte, änderte sich plötzlich das Icon des Mailprogramms. Wieder diese komische Plüschkreatur, ein Hase, um genauer zu sein. Ein Hase mit grossen, braunen, gekrümmten, zerfledderten Ohren. Fast wie Fledermausflügel, eigentlich. Und das verunsichernde an diesem Icon war, dass es ganz scharf umrissen war, wo doch die anderen Programmbildchen eher Pixelpüree glichen. Doch dann war die Email da, das Icon war wieder normal, die Festplatte klickte einmal laut, und schon konnte Tim sich fragen, ob er gerade nur tief verwirrt sei und heute ausnahmsweise mal früher ins Bett gehen sollte. Am nächsten Tag in der Schule überlegte sich Tim zum wiederholten Male, ob die vorüberziehende Wolken doch nur Screensaver für interstellare Giganten sein, für riesige Wesen da draussen im All, die nur die zarte Matrix der Erde schützen wollten vor den gefährlichen Strahlen der Sonne. “Alles klar, Tim?” *zuck* Tim blickt zum Lehrer hinauf, doch vorne am Schreibtisch sitzt kein Lehrer, sondern ein lila Plüschtintenfisch, mit langen wolligen Tentakeln. Aber die Brille, die der Tintenfisch trägt, das ist genau die Brille, die der Lehrer auch trägt.

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Anfänger sein

Nachdem ich ein paar Jahre nur Informatik gemacht habe, von morgens bis spät abends, und langsam ein bisschen souveräner mit der Materie umgehen konnte, bin ich nun in ein paar Fächern wieder ein blutiger Anfänger. Im Laufe der Zeit konnte ich bei Computern z.B. ein Feeling für entwickeln, was bei einem Program “gut” ist, einigermassen instinktiv Programme refactoren, neu schreiben, langsam auch besser einschätzen, wieviel Zeit für eine Aufgabe einzuplanen ist. Ein Effekt der Entwicklung war auch, “weniger” Wert auf bestimmte Aspekte zu legen, z.B. ist ein Betriebssystem genauso gut wie das andere, je nachdem was man machen will. Zum Rumklicken sind Windows und OSX und Linux angenehm, aber genauso gut kann man ein Projekt unter $oldschoolunix zum Laufen bringen, oder unter VMS, und das echte OS gibt es eh nicht, ob alt oder neu. Damals wussten die Leute nicht besser bescheid als heute, und Nostalgie ist nicht angebracht (da dachte ich mal anders :). Das soll jetzt nicht heissen, das ich übermässig toll was drauf habe, was Computer angeht, aber in dem Bereich habe ich mehr drauf als in allen anderen, und in den Rahmenbedingungen der Materie kann ich auch relativ frei und natürlich denken.

Vor ein paar Monaten habe ich mit Genetik als Nebenfach angefangen, und da kam gleich der erste Schock: ich peile so gar nichts! Das war mir seit ein paar Jahren nicht mehr so wirklich passiert, zumindest konnte ich mir immer einbilden, was zu wissen. Allmählich ging das besser, aber die interessanteste Erfahrung war, die Denkweisen, die unterliegenden Denkschemata sind bei Biologie ganz anders. Da kommt man auf die Erkenntnis, dass das, was man für Jahre als natürlich empfunden hat, eben nicht das Einzige ist, ja nicht mal wirklich wichtig ist. Und wieviele solcher Denkarten wird man nie kennenlernen? Wo ich jetzt auch versuche, ein bisschen was zu löten, habe ich wieder die selben Erfahrungen: ich peile gar nichts, ich scheiter relativ oft (bei Computern weiss ich ja, was ich lieber nicht versuche), aber auf der anderen Seite ist das Erfolgserlebnis umso grösser. Nach diesen Anfängererlebnissen (die ich auch habe, wenn ich versuche philosophische Texte zu kapieren, oder soziologische Essays) fühle ich mich aber “reicher”, als wenn ich jetzt nur meine geilen C0mput3r-0v3rsk1llz verbessert hätte, und ich kann mir glaub nicht mehr vorstellen, solche Erlebnisse alle paar Jahre zu haben, so als “kalte Dusche zum Aufwachen”. Das einfachste, um sowas zu erleben, ist denke ich einfach Fachwechsel. Oder vielleicht verreisen? Woanders wohnen? Das muss wahrscheinlich ähnlich spannend sein.

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ip0d w03s

War ja klar! Heute morgen hat mein ip0d schon leicht bipolar rumgespackt: anschalten, Lied aussuchen, anklicken, freeze. War ja nicht so schlimm, aber wie ich bemerken konnte, spackt der ipod immer periodisch rum. 2 Wochen lang geht alles gut, und dann spinnt er 5 Tage rum, dann gehts wieder mal 10 Tage, dann darf man ihn wieder 5 mal pro Tag resetten, usw… Der Rest des Tages lief heute aber echt gut, ich hatte ihn lange an, er hatte lange im Entropia rumtrompetet, dann bei mrf auch wieder. Als ich gehen wollte bemerkte ich “Ich geh aus dem Haus, und mein ip0d geht aus” (so heisst mal nächster Hiphop-Titel). Aus dem Haus, Lied anklick, “Please connect your ipod to a power source”. Na toll. Tonlos durfte ich mir dann die Deppen aus dem Unterhaus, die halb besoffen in der S-Bahn über Fussball und ihre Sexfantasien rumgebrüllt haben, anhören. Der Abend war doch so nett. Und die Nacht wird so kurz…

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Orkut

Endlich auch hype, und mit mir auch die ganze bl0rg-crew! Und: Orkut ist lahm, in VB geschrieben, hässlich (sieht ungefähr so aus, wie der default XP-look, komplett mit doofen Buntmännchen), ich kenn kaum jemanden, die Software ist seltsam asozial (“Rank your friends!”, Invitation-only, usw…). Aber irgendwie macht das Spass, und das Invitation-only Zeugs führt auch dazu, dass man a) das Teil überhaupt ausprobiert, b) man sich superwichtig fühlt, und erstmal alle Freunde einladen muss. Mehr Idlefutter! Yeah!

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Immer noch Töne!

Mit den Tönen hört es kaum auf, und neingeist kommt fast nicht mehr zur Ruhe. Alles habe ich noch nicht angehört, die Platten sind scheinbar aber durchgehend hochqualitativ (yeah!). Der eine Track von dem Sountrack von Velvet Goldmine, der mir bei dem Saufabend zum stilvollen Einleben der neuen Wohnung von Dividuum und Nicola so gut gefiel, ist von Shudder To Think, heisst “Hot One”, und ist eine richtig schöne Midtempoballade, mit Klavier und glasklarer Stimme (komische Intonierung… sexy!). Allgemein ist der Soundtrack geil, auch wenn der Film irgendwie keine sinnvolle Story hatte, und sich ein bisschen wie die Zusammenstellung der Jahresarbeiten zum Thema “Glamrock” der Clipregisseurpraktikanten von MTV anschauen liess. Wenigstens ist Jonathan Rhys-Meyers extrem sexy, und seine Klamotten im Film sind recht elitär.

Bei den heruntergeladenen Töne war auch “Flying Wonders” von Homelife dabei, eine sehr interessante elektronik-viele-akustische-instrumente Mischung, die ich allerdings schon kannte. Vor ein paar Monaten hatte Hans eine CD dabei, die nur mit “ausm Esch” beschriftet war, und die er irgendwie abends besoffen in einer Bar gerippt hatte. Naja, die Platte wars.

Sonst blieben die Namen “The Apples in Stereo”, “Beulah”, “Andre 3000” aka Outkasthampelmann und “Dizzee Rascal” hängen. Die Stereoäpfel sind lässiger, klassischer und classiger Rock; Beulah waren glaub ich recht angenehme Balladen, mit viel Klavier, Gitarre und Streicher; die Andre-Hälfte des neuen Outkast-opus ist eine komische Hiphop-Jazz Mischung, immer noch mit dämlichen “Sleep with me, ho!” Machotexten, aber sonst hörbar; Dizzee Rascal ist geiler, kompromisloser UK garage, wif oan accent laik dis, extrem empfehlenswert.

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Töne der letzten Wochen

In den letzten Wochen wurde ich ziemlich überhäuft mit neuer Musik, mein Dank geht hier an meinem Lieblingseselsklave neingeist, der mir die Musik von Play with the machine besorgte, und an den querfunk.

Zu “The Darkness” hatte ich schon im letzten Monat was geschrieben, im Nachhinein muss ich sagen, dass die Platte wirklich sehr kurz und eintönig ist, sprich sehr schnell langweilig wird. Mittlerweile habe ich eigentlich gar keine Lust mehr sie zu hören, obwohl ich sie nur 3 bis 4 Tage auf dem iPod behalten habe. Tja, so ist es mit FM-Rock :).

Nächste Platte auf der Playlist war dann “Comme on a dit” von “Louise Attaque”. Deren erste Platte “Louise Attaque” war 1998 in Frankreich ein Riesenerfolg, mit melankolischen Akustikrockstücken a la Violent Femmes, wie z.B. “Son invitation”, oder “Les nuits parisiennes” (das Album wurde übrigens von Gordon Gano der Violent Femmes produziert). Die Platte war ganz nett, ziemlich groovig, und relativ folkig-unkonventionell wegen dem Geiger Arnaud Samuel, aber wiederum auch nichts was man 3 mal hintereinander anhört. Vor ein paar Wochen bin ich beim Sambasharerumbrowsen wieder draufgestossen, und habe beim Klicksurfen entdeckt, dass die Gruppe 2001 eine neue Platte rausgebracht hatte. Nun, die zweite Platte ist… der ersten extrem ähnlich. Diesmal fehlt aber die Klarheit der ersten Platte, und viele Stücke gehen in Gitarrenakkordenchaos und Violinengequietsche unter (ich gestehe, dass mir funkige Bass und Gesang Lieder extrem gefallen). Alle Stücke auf der Platte sind ein bisschen schwergewichtiger, ein bisschen emphatischer, ein bisschen “too much”, und bis auf das Titellied “Comme on a dit” fehlt es der Platte an richtigen Ohrwürmern (wo die erste Platte doch gleich 3 bis 4 ultimative Radiohits gelandet hat, und das obwohl der Klang doch Gruppe doch nicht gerade FM-standard ist).

Dann sind wir irgendwann mal mit Neingeist wieder einen Kaffee im AKK trinken gegangen, und da lief schön brutal Hardcorepunk-Musik, beim Headbangen fast den kompletten Kaffee verschüttet. Beim Nachfragen hinter der Theke stellte sich raus, dass die krassen Töne von Madball sind. Das hat dann auch meine kurze aber intensive Hardcorepunkphase getriggert. Nun gut, wenn man auf sowas steht 🙂 Besonders trollig und abrockend ist “Hold it down”, grunziger Hardcore, trashige Numetal-Riffs, das Ganze mit leichten Hiphop-Einsätzen gesalzen, lecker! “MAAAAAADDDBAAOAOOOOOOHHHHHLLLLLLLL” *gröhl*

Langsam trudelten auch die ersten Platten die auf Play with the machine verlinkt waren ein. Die Erste die ich intensiver hörte war “Chutes too narrow” von “The Shins”. Kurz gefasst ist “Chutes too narrow” eine recht subtile, melodische Pop-platte. Instrumentierung besteht aus viel Steel-guitar, elektrische und akustische Gitarre, Bass, Mundharmonika und Schlagzeug, was ziemlich eindeutig nach Folkband klingt, was “The Shins” aber nicht sind (bzw. nicht nur 🙂 Zum einen wegen der glasklaren, leicht rotzigen Stimme des Sängers James Mercer, die sehr an die Beach Boys erinnert, zum anderen sind das Tollste an den Shins die Texte, die feinfühlig und leicht traurig funkeln. So z.B. die Lyrics von dem Lied “Pink Bullets”:
Cool of a temperate breeze from dark skies to wet grass
we fell in a field it seems now a thousand summers passed
when our kite lines first crossed
we tied them into knots
and to finally fly apart
we had to cut them off.

Since then it’s been a book you read in reverse
so you understand less as the pages turn

Generell aus einer ähnlichen Indie-Folk-Pop Ecke wie “The Shins” kommen auch “The Unicorns”, die Platte ist aber viel grunziger und trashiger und chaotischer, was mir eigentlich gefallen sollte. Da ich aber die Platte beim Arbeiten letzte Woche laufen hatte, ich mich dabei tierisch geärgert habe und die doofe Musik mich nur noch mehr genervt hat, hab ich die Platte erstmal zur Seite gelegt, und erstmal was straighteres wieder aufgelegt. Ein anderes Mal vielleicht 🙂 Und langsam geht mir auch dieser Blogeintrag auf den Geist, da ich schon seit heute Mittag dran rumschreibe. Also erstmal Schluss für heute, obwohl ich eigentlich noch ca. 10 Platten letzte Woche entdeckt habe :).

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Dämliche Hardware

Wieso muss dieser hirntote Atmel immer willkürlich seine doofen Fuses auf Randomwerte setzen? Was bringt das? Wieso? Sind da etwa bekiffte Geister dran schuld? *quartzanlöt*

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